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Von  Sibylle Schavoir

100 Saisonarbeiter für 400 000 Bäume

„Altitude 500“: Belgiens wichtigster Tannenbaumproduzent

Dort, wo der Weihnachtsbaum zu Hause ist, im Herzen der belgischen Ardennen, führt die Altitude 500 auf einer Anbaufläche von 400 Hektar ihr florierendes Geschäft. Seit 20 Jahren besteht diese Firma und hat sich seitdem zu Belgiens und Europas bedeutendstem Produzenten von Weihnachtsbäumen entwickelt. Rückt die Weihnachtszeit näher, dann läuft bei Altitude 500 der Betrieb auf Hochtouren.


Schon im Oktober werden Saisonarbeiter eingestellt, denn ohne sie kann die anfallende und sehr schwere Arbeit nicht bewältigt werden. Die Fichten und Tannen müssen ja nicht nur gefällt, sondern sie müssen durch lange Waldstrecken abgeschleppt und auf Transportwagen geladen werden. Dann werden die Bäume sortiert und für den Export einzeln in Netze verpackt. 85 Prozent des Tannenbestandes werden nach Frankreich, England, Italien, Griechenland, Estland und in den Libanon exportiert.


Wertvolle Hilfe der Saisonarbeiter


Die Saisonarbeiter beginnen im Herbst mit der Arbeit und arbeiten durchgehend bis Mitte Dezember. Diese Arbeiter splitten sich in drei Gruppen, berichtet Louis Brasseur, Verwaltungsbeauftragter von Altitude 500.


„Die für uns wichtigste Gruppe sind die, die jedes Jahr wiederkommen. Auf diese Gruppe können wir uns verlassen, was wichtig für den Arbeitsanfall in der Weihnachtszeit ist. Sie stellen 50 Prozent der Arbeiter dar. Die Männer kennen sich in dem harten Beruf aus. Sie stammen zumeist aus der näheren Umgebung, was für sie den Tagesablauf während der Saisonarbeit erleichtert. Zusätzlich zu diesen 50 Prozent nehmen wir auch Interimsagenturen in Anspruch. Sie stellen stellen 25 Prozent der Saisonarbeiter. Die restlichen 25 Prozent sind ausländische Hilfskräfte. Denn trotz der Krise mangelt es an heimischem Personal.“


Louis Brasseur hat seine Erfahrungen mit Aushilfskräften gemacht und ist dabei von seinen eigenen Landsleuten enttäuscht worden. Und zwar von jenen, die nicht aus der nahen Umgebung stammen. Sie kämen zwar zum Vorstellungstermin, würden dann aber schnell herausfinden, dass die Arbeit zu schwer sei, und kündigen kurz darauf wieder. Daher müssen ausländische Hilfskräfte eingestellt werden. Die sind zufrieden, denn die Bezahlung ist gut. Sie bekommen 9,56 Euro pro Stunde, davon gehen nur zwei Euro an die ONSS, die belgische Sozialversicherung. Ein Saisonarbeiter darf bis zu 50 Stunden pro Woche arbeiten, die auf sechs Tage verteilt werden müssen. Macht man die Rechnung, so kann ein Saisonarbeiter bis zu 2.500 Euro im Monat verdienen.


Keine illegalen Aushilfskräfte


Die ausländischen Saisonarbeiter arbeiten nicht illegal, denn die Kontrollen der Sozialbehörden sind streng. Sie dürfen aus allen Mitgliedstaaten der EU kommen, ausgenommen Rumänien und Bulgarien. Der Arbeitgeber muss belegen können, dass er auf die Hilfskräfte angewiesen ist. Wenn ihm die Einwanderungsbehörde die Arbeitsgenehmigung erteilt, dann steht der Einstellung von Ausländern nichts mehr im Wege.


Erstellt oder aktualisiert am 09. Dezember 2011.
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